NEIN zur «Aufwertung» der Rhybadi – rhyrhyloaded (3) | Verfaulte Geschichten

NEIN zur «Aufwertung» der Rhybadi – rhyrhyloaded (3)

Wer Teil 1 und Teil 2 unseres Schlussspurts für ein NEIN zur Rhybadi-«Aufwertung» gelesen hat, mag den Eindruck bekommen haben, dass wir aus Prinzip dagegen sind – und liegt damit nicht daneben. Selbstverständlich ist das so, ohne Prinzipien wären wir keine Linken. Aber es gibt auch handfeste Gründe, gegen die «Aufwertung» zu sein.

Die Sache mit dem Eintritt

Willst du heute deinen Kafi in der Rhybadi trinken oder dein Feierabendbier, bezahlst du keinen Eintritt, sondern bloss das Getränk. Die 3 Franken Eintritt bezahlst du nur, wenn du auch ins Wasser steigen möchtest. Der ach so böse Bademeister Schneider fragt dich an der Kasse extra danach, ob du nur vorhast, ins Beizli zu sitzen. Willst du nun nach der «Aufwertung» deinen Kafi oder dein Bier in der Rhybadi trinken, bezahlst du dafür 10 Franken. Du bekommst erst ein Getränk im Bistro, wenn du vorher auch den «moderat erhöhten» (Stadtrat) Eintritt bezahlt hast. Die Latte- und Soirée-Cüpli-Trinker können es sich leisten.

Die Sache mit den Einnahmen

Der Stadtrat spricht von 150’000 Franken Einnahmen via Eintritte, und das, obwohl bis anhin ein Saisonschnitt von nicht einmal 50’000 Franken erzielt werden konnte. Der neue Betreiber soll zudem 60’000 Franken Pacht pro Saison abliefern, was bei einem Zinssatz von 6 bis 7 Prozent auf einen Umsatz von gegen 1 Million Franken schliessen lässt. Und wenn auch der Stadtrat etwas spät bzw. nachdem immer mehr Gegner mit Leserbriefen auf diesen Zahlensalat aufmerksam gemacht hatten, nachgeschoben hat, dass die Zahlen auf einer Schätzung ab dem dritten Betriebsjahr basieren würden – es macht den Braten auch nicht fettärmer. Man fragt sich, auch zusammen mit Gastroprofis, wie das gehen soll – 1 Million Franken Umsatz in der Rhybadi? Mit einem Bistro «ohne Remmidemmi» (wie die Befürworter nicht müde werden zu betonen)?

Ein kleines Rechenspiel

Geht man von 200 Tagen Betrieb aus, in denen 1 Million Franken Umsatz generiert werden sollen, landet man bei einem Umsatz von 5000 Franken pro Tag (ohne Eintritte, wohlverstanden). Zieht man die verregneten, kalten Tage ab, an denen nichts läuft in einer Lounge unter freiem Himmel, direkt über dem zusätzlich für Kühle sorgenden Wasser¹, kommt man – grosszügig bemessen – auf vielleicht 100 Tage bzw. einen Umsatz von gegen 10’000 Franken pro Tag. Bei Remmidemmi im Club gibts diese Bescherung vielleicht einmal im Monat.

Die Sache mit den Ausgaben

Und das waren erst die Einnahmen. Von den Ausgaben, nicht zuletzt den Löhnen für Küche- und Servicepersonal sowie die Bademeister, war noch gar keine Rede. Die Lohnsumme dürfte in einer um zwei Monate verlängerten Saison in die Hunderttausende gehen. Das alles kann nur ein Pächter stemmen, der auf grosse Geldreserven zurückgreifen kann (und wir kennen die Pläne solcher Leute). Alle anderen werden wohl nach wenigen Saisons den Bettel hinschmeissen.

PS: Darum …

… aus Prinzip, weil die Rhybadi nicht zu einem «Leuchtturm» werden darf, und schon gar nicht zu einem «Leuchtturm», dessen Pächter alle ein, zwei Saisons wechseln, weil sie sich den Betrieb schlicht nicht leisten können ‒ sind wir gegen die Vorlage. Wir legen diesen Sonntag ein überzeugtes NEIN zur «Aufwertung» der Rhybadi in die Urne.

¹ Die Rheintemperatur am 13. Juni betrug 15 Grad

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