Dorfleben

Loslassen fällt schwer

Das Verhältnis der zwei Unterhaltungsbetriebe in den einstigen Hallen der Kammgarnspinnerei wurde lange Zeit von gegenseitigen Anschuldigungen überschattet. Über Jahre hinweg bekamen sich da Leute in die Haare, die altersmässig gar nicht so weit auseinander lagen, aber völlig unterschiedlichen Vorstellungen vom Kulturschaffen nachhingen. Hier Kinder des Punk und Post-Punk, dort Kinder des Jazz und Blues. Hüben die Chaoten vom TapTab Musikraum, drüben die Kulturbonzen vom KiK (Kultur im Kammgarn). Von diesen Konflikten spürt man heute,…

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Es war einmal … die Fass-Beiz-Genossenschaft

Es war einmal … die Fass-Beiz-Genossenschaft

Ich liege im Innenhof, kotze und weine bittere Tränen. Es muss sich irgendwann Mitte der Neunzigerjahre zugetragen haben und ist meine erste Erinnerung an die Fass-Beiz. Eine halbe Stunde zuvor habe ich am Punkkonzert im Fass-Keller an einem Riesenjoint gezogen und es gerade noch die Wendeltreppe rauf geschafft, bevor ich den Pflastersteinbelag und wohl auch ein paar Leute vollgereiert habe. Was mussten die Beizengäste, die mir durch die Pano­ramafenster beim Kotzen zuschauen durften, wohl gedacht…

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Fassbeiz, weshalb, warum (2)

Es war ein Experiment: Anstatt die Fragen, die sich mir zum Ende des Genossenschaftsbetriebs in der Fassbeiz stellten, im Stillen an aktive und ehemalige GenossenschafterInnen zu richten und irgendwann einen Artikel mit ihren Antworten zu veröffentlichen, habe ich sie von Anfang an öffentlich gestellt. Ich wollte damit einen Raum für eine Diskussion schaffen, die nicht von persönlichen Anschuldigungen geprägt sein sollte, und erhoffte mir gerade dadurch, dass ich bereit war, eigene Fehler auszustellen, eine differenzierte…

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Über Penisse, eine Trendfarbe und Wohnen als Luxus

Es ist an der Zeit, dass sich der Penis dem künstlerischen Auge preisgibt. Denn genau wie das Recht auf Politisieren, sich Raufen und klar Denken nicht nur Männern vorbehalten ist, so ist es auch kein rein weibliches Privileg, schön, nackt und somit vielleicht auch verletzlich zu sein. Diese wunderbaren Sätze von Isabelle Lüthi am Schluss ihres wunderbaren Textes «Das Unhängsel» finden sich in der zwölften Ausgabe des «Lappi». Sie fragt sich darin und anlässlich Nadja…

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Skateboards und Schnapszahlen

Skateboards und Schnapszahlen

«Rollsplit ist der Feind des Skaters.» (W. Shakespeare) Jene Schaffhauser Skateboarder, die Ende Januar innert knapp vier Stunden eine Miniramp auf die TapTab-Bühne bauten, hatten jedoch andere Motive als die winterbedingte Verlegung ihrer Aktivitäten unters Clubdach. Im letzten Sommer veranstalteten sie bei ihrer Skateanlage unter der N4-Hängebrücke am Rheinufer zwischen Schaffhausen und Neuhausen eine Openair-Party – mit Skatecontest, Livemusik von Lo-Fat Orchestra und Raving Mads, DJs, Food, grossen Bieren zu kleinen Preisen inkl. der buchstäblich…

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Tom Krailing reitet wieder – Teil 2

Tom Krailing reitet wieder – Teil 2

Diesen Samstag tauft Tom Krailings neue Formation Cosmo Alley in der Kammgarn ihren Albumerstling «Now it’s on». SRF3 spielt mittlerweile regelmässig die erste Auskopplung, «Hurts on rewind». Kleiner Rewind: Teil 2 unseres Anfang Januar geführten Langstreckeninterviews in der «Parkvilla»-Bar dreht sich um «den guten Song», Radiotauglichkeit, kreatives Klauen, «Lady in Black», Italopop, Träume von einer Houseplatte und letzte Fragen à la mode de Columbo. Toms Absicht war, mich als Promotexter fürs Album zu briefen, mein…

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Back For Good: Tom Krailing reitet wieder! – Teil 1

Back For Good: Tom Krailing reitet wieder! – Teil 1

Ich treffe mich mit Tom Krailing an dem Ort, wo die Fotos zum Debüt seiner neuen Formation Cosmo Alley entstanden und ein Hut zum Ufo wurde: im Hotel Parkvilla. Es gibt einiges zu besprechen. «Der Schaffhauser Karl May», wie ihn ein DRS3-Moderator einst genannt hat, weil sich der Schaffhauser Singer/Songwriter so souverän im Americana-Format auszudrücken pflegt, ohne je in den Staaten gewesen zu sein, hat nach gut 10-jähriger Funkstille ein neues Album am Start. Am…

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Elektro aus dem Velo-Anhänger

Für ihre Kolumne im «Saiten»-Februar-Heft besuchte Anna Rosenwasser das mittlerweile vierte, illegale NZN-Outdoorfest in der letzten Nacht des vergangenen Jahres, war zwei Tage darauf auch bei den Aufräumarbeiten der Silvester-After-Hour im TapTab dabei und stellt erfreut fest, dass solche Sausen einen Hauch von Grossstadt durch das Munotstädtchen wehen lassen: Es ist der zweite Januar, und auf dem Tanzboden des TapTab kleben interessante Dinge. Wild war die Party, laut und vor allem: lang. «Um halb elf…

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Sechzehn wunderbare Jahre

Sechzehn wunderbare Jahre

Als Stadtpräsident Thomas Feurer an einem Montagabend Anfang Dezember 2012 als Kulturreferent verabschiedet wurde, gab es Geschenke und Danksagungen zuhauf, und das brachte selbst einen homo culturalis wie ihn an den Rand der Rührung. Denn schliesslich war das nicht irgendeine Verabschiedung. Es waren die Kulturschaffenden selber, die den grossen Schutzheiligen der Stadtschaffhauser Kultur nach sechzehn Jahren verabschiedeten. Die Verabschiedung fand in den Räumen des Vereins bildender Künstler (Vebikus) statt. An den Wänden prangten Nadja Kirschgartens…

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Heute, danach und anderswo

Heute, danach und anderswo

Museumalarm? Die Achtziger, sie sind allgegenwärtig. Sogar die neuste «annabelle» lässt eine Redaktorin ihre Adabei-Geschichte feat. Besetzte-Haus-Romantik und Sorglose-Zeit-Zelebration ausbreiten. Aktueller Aufhänger der allenthalben gefeaturten Spanne zwischen 1980 und 1989 ist «Heute und danach»: der von Lurker Grand und André Tschan mit vielen Gastautoren kompilierte Überblick zur Schweizer Underground-Musik-Szene der Achtziger in Buchform. Morgen gibts in der Roten Fabrik die erste von vier Konzert-Vernissagen zum mit mehr als 600 Seiten beeindruckenden Ziegel. Unglaublich detailreich –…

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